Wissenswertes zur Bibel

Die 10 Gebote: vollständige Liste und Bedeutung

Die Zehn Gebote stehen in 2. Mose 20,1–17 und 5. Mose 5,6–21. Sie fordern, Gott allein anzubeten, seinen Namen nicht zu missbrauchen, den Feiertag zu heiligen, die Eltern zu ehren und nicht zu töten, nicht die Ehe zu brechen, nicht zu stehlen, nicht zu lügen und nicht zu begehren. Juden, Katholiken, Lutheraner und Reformierte zählen sie unterschiedlich.

Wo stehen die Zehn Gebote in der Bibel?

An zwei Stellen: in 2. Mose 20,1–17, als Gott am Berg Sinai zu Mose spricht, und in 5. Mose 5,6–21, als Mose sie dem Volk vor dem Einzug ins verheißene Land wiederholt. Beide Texte sind fast gleich. Nach der Überlieferung wurden sie auf zwei steinerne Tafeln geschrieben.

Die 10 Gebote nach Luthers Kleinem Katechismus

Diese Zählung verwenden Lutheraner und, sehr ähnlich, Katholiken:

  1. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
  2. Du sollst den Namen deines Gottes nicht missbrauchen.
  3. Du sollst den Feiertag heiligen.
  4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
  5. Du sollst nicht töten.
  6. Du sollst nicht ehebrechen.
  7. Du sollst nicht stehlen.
  8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
  9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
  10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was sein ist.

Die 10 Gebote in reformierter Zählung

  1. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
  2. Du sollst dir kein Bildnis machen, um es anzubeten.
  3. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen.
  4. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst.
  5. Ehre deinen Vater und deine Mutter.
  6. Du sollst nicht töten.
  7. Du sollst nicht ehebrechen.
  8. Du sollst nicht stehlen.
  9. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
  10. Du sollst nicht begehren.

Warum unterscheiden sich die Listen?

Der Bibeltext hat mehr als zehn Sätze, zählt die Gebote aber nicht. Jede Tradition hat sie anders zusammengefasst:

  • Katholiken und Lutheraner (nach Augustinus) fassen „keine anderen Götter“ und „kein Bildnis“ zu einem Gebot zusammen und teilen das Begehren in zwei Gebote.
  • Reformierte und Orthodoxe zählen das Bilderverbot als zweites Gebot und das Begehren als eines.
  • In der jüdischen Tradition ist das erste Wort der Satz „Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat“, und die übrigen neun folgen daraus.

Der Inhalt ist derselbe; nur die Zählung ändert sich.

Was die Gebote kurz gesagt verlangen

Die ersten Gebote betreffen die Beziehung zu Gott: Anbetung, Ehrfurcht vor seinem Namen und einen Tag der Ruhe. Die übrigen betreffen die Beziehung zu den Mitmenschen: Familie, Leben, Ehe, Eigentum, Wahrheit und Begehren. Jesus fasste sie in zwei Geboten zusammen: Gott von ganzem Herzen lieben und den Nächsten wie sich selbst (Matthäus 22,37–40).

Warum „Sabbat“ und „Sonntag“?

Der Bibeltext spricht vom Sabbat, dem siebten Tag, den Juden bis heute halten. Die meisten Christen feiern stattdessen den Sonntag, den Tag der Auferstehung Jesu. Einige Gruppen, etwa die Siebenten-Tags-Adventisten, halten weiterhin den Sabbat.

Wie die Bücher der Bibel zusammenkamen, erfährst du unter Wie viele Bücher hat die Bibel?. Und wenn du gerade anfängst: Bibel lesen – wo anfangen?

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Häufige Fragen

Wie lauten die 10 Gebote?

Gott allein anbeten, kein Bildnis machen, Gottes Namen nicht missbrauchen, den Feiertag heiligen, die Eltern ehren, nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht falsch Zeugnis reden und nicht begehren. Die Traditionen fassen sie unterschiedlich zusammen.

Wo stehen die 10 Gebote in der Bibel?

In 2. Mose 20,1–17 und in 5. Mose 5,6–21.

Was ist das höchste Gebot?

Nach Jesus: Gott von ganzem Herzen lieben; das zweite ist, den Nächsten zu lieben wie sich selbst (Matthäus 22,37–40).

Sind die katholischen 10 Gebote anders als die evangelischen?

Lutheraner und Katholiken zählen fast gleich. Anders zählen die Reformierten: Bei ihnen ist das Bilderverbot ein eigenes Gebot, das Begehren dagegen nur eines.