Wissenswertes zur Bibel
Wer war Maria Magdalena? Was die Bibel sagt und was Legende ist
Maria Magdalena war eine Jüngerin Jesu aus Magdala in Galiläa. Laut den Evangelien befreite Jesus sie von sieben Dämonen; sie zog mit seiner Gruppe umher, unterstützte sie, stand unter dem Kreuz und sah als Erste den auferstandenen Jesus. Die Bibel sagt weder, dass sie eine Prostituierte, noch dass sie die Frau Jesu war.
Wer war Maria Magdalena laut der Bibel?
Der Beiname „Magdalena“ verweist auf ihre Herkunft: Magdala, ein Fischerort am Westufer des Sees Genezareth. Lukas nennt sie unter den Frauen, die Jesus folgten und ihn mit ihrem Besitz unterstützten:
Und es geschah danach, daß er nacheinander Stadt und Dorf durchzog, indem er predigte und das Evangelium vom Reiche Gottes verkündigte; und die Zwölfe mit ihm, und gewisse Weiber, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalene, von welcher sieben Dämonen ausgefahren waren, und Johanna, das Weib Chusas, des Verwalters Herodes', und Susanna und viele andere Weiber, die ihm dienten mit ihrer Habe.
In allen vier Evangelien ist sie in den entscheidenden Momenten da: Sie sieht die Kreuzigung, als die meisten Jünger geflohen waren (Markus 15,40), sieht, wo Jesus begraben wird (Markus 15,47), und geht am Sonntagmorgen zum Grab (Markus 16,1).
Hat Maria Magdalena den Auferstandenen gesehen?
Ja. Im Johannesevangelium begegnet sie Jesus als Erste nach der Auferstehung. Zuerst hält sie ihn für den Gärtner; dann erkennt sie ihn, als er sie beim Namen ruft:
Jesus spricht zu ihr: Maria! Sie wendet sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni! das heißt Lehrer. Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und eurem Gott. Maria Magdalene kommt und verkündet den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen, und er dies zu ihr gesagt habe.
Weil sie den Jüngern die Nachricht brachte, nannte die Tradition sie „Apostelin der Apostel“.
War Maria Magdalena eine Prostituierte?
Nichts in der Bibel sagt das. Die Vorstellung geht auf das Jahr 591 zurück: Papst Gregor der Große setzte in einer Predigt Maria Magdalena mit der Sünderin gleich, die Jesus in Lukas 7,36–50 die Füße salbt, und mit Maria von Betanien, der Schwester Martas. Diese Verschmelzung prägte jahrhundertelang Kunst und Frömmigkeit im Westen. 1969 trennte die Reform des katholischen Kalenders die drei Frauen wieder; die orthodoxen Kirchen hatten sie nie gleichgesetzt.
War Maria Magdalena die Frau Jesu?
Keine historische Quelle sagt das. Die These wurde durch den Roman Sakrileg (The Da Vinci Code, 2003) populär, der sich auf apokryphe Texte des 2. und 3. Jahrhunderts stützt. Das Philippusevangelium nennt sie „Gefährtin“ Jesu und erwähnt einen Kuss, doch die Handschrift ist genau an dieser Stelle beschädigt. Das Evangelium der Maria zeigt sie, wie sie nach Jesu Weggang die Jünger lehrt. Keiner dieser Texte stammt von Augenzeugen; die Forschung liest sie als Quellen für Debatten im frühen Christentum.
Wie die Traditionen Maria Magdalena sehen
- Katholisch: Heilige mit Gedenktag am 22. Juli. 2016 erhob Papst Franziskus den Gedenktag zum Fest und würdigte sie als „Apostelin der Apostel“.
- Orthodox: verehrt als „Apostelgleiche“ und als eine der Myrrhenträgerinnen. Eine Überlieferung erzählt, sie habe Kaiser Tiberius ein rotes Ei gebracht, um die Auferstehung zu verkünden: der Ursprung der roten Ostereier.
- Evangelisch: Vorbild treuer Jüngerschaft und erste Zeugin der Auferstehung; der evangelische Namenkalender nennt sie ebenfalls am 22. Juli.
Was wurde aus Maria Magdalena?
Die Bibel schweigt darüber. Eine östliche Tradition lässt sie mit dem Apostel Johannes nach Ephesus gehen. Eine mittelalterliche Legende des Westens erzählt, sie sei mit dem Schiff in die Provence gelangt und habe in einer Höhle der Sainte-Baume gelebt.
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Häufige Fragen
Wer war Maria Magdalena?
Eine Jüngerin Jesu aus Magdala in Galiläa, die ihm folgte, bei der Kreuzigung dabei war und ihn als Erste auferstanden sah.
War Maria Magdalena eine Prostituierte?
Nein, die Bibel sagt das nicht. Die Vorstellung stammt aus einer Predigt Papst Gregors des Großen (591), der sie mit der Sünderin aus Lukas 7 verwechselte.
War Maria Magdalena mit Jesus verheiratet?
Dafür gibt es keine historischen Quellen. Die These beruht auf Deutungen später apokrypher Evangelien und wurde durch Sakrileg bekannt.
Wann ist der Gedenktag von Maria Magdalena?
Am 22. Juli, im katholischen und im orthodoxen Kalender.